Letzte Woche stand eine Führungskraft bei uns auf dem Platz.
Müde, leer, „das Feuer ist weg", sagte sie.
Das Pferd blieb bei ihr stehen, machte nichts Spektakuläres. Atmete einfach neben ihr.
Nach ein paar Minuten fing sie an zu weinen. Nicht aus Trauer – aus Erleichterung. „Ich darf also stehenbleiben."
Der Unterschied zwischen Leidenschaft und Erschöpfung liegt nicht in der Intensität. Er liegt in der Richtung.
Leidenschaft zieht Energie nach – Burnout drückt sie raus. Wer aus Pflicht brennt, aus Erwartung, aus der Angst, nicht genug zu sein, verbrennt sich selbst. Wer aus Sinn brennt, aus Neugier, aus Verbundenheit, wird genährt. Auch wenn es anstrengend ist.
Die Frage ist nicht: Wie kriege ich meine Leute wieder motiviert? Sondern: Wofür brennen sie eigentlich noch – und wo brennen sie nur noch ab?
Pferde spiegeln das gnadenlos: Sie folgen keinem, der auf Reserve läuft.
Sie folgen, wenn jemand bei sich ist.